Wir haben bereits im Juni darüber berichtet: Ab dem 7. Dezember wird Facebook den Versand von WhatsApp-Newslettern verbieten. WhatsApp hat zum einen negative Erfahrungen mit dem massenhaften Newsletter-Versand gemacht, zum anderen soll der Fokus zukünftig wieder mehr auf privaten Chats liegen – also auf dem, wofür die App ursprünglich erfunden worden war. Unternehmen, die die Möglichkeit des Newsletter-Versands bislang genutzt haben, stehen nun jedoch vor einem Fragezeichen. Sie haben sich über Monate hinweg auf der Messaging-Plattform einen Abonnentenstamm aufgebaut. Wie sollen sie diesen nun weiterhin erreichen?

Die Suche nach Alternativen ist keine leichte Aufgabe. Sämtliche Messenger-Dienste seitens Facebook fallen dabei weg, da ab 2020 auch vom Facebook-Messenger aus nur noch Nachrichtenseiten Newsletter versenden dürfen. Unternehmen haben hier also wieder das Nachsehen. Die scheinbar naheliegendste Alternative ist derzeit die Messenger-App Telegram. Diese wirbt mit Sicherheit vor dem Zugriff Dritter und hohen Datenschutzstandards. Da die Strukturen der Firma jedoch undurchsichtig erscheinen, sind sich Datenschützer bezüglich dieses Versprechens noch unsicher.

Die WhatsApp-Nutzerzahlen bleiben unschlagbar

Dennoch geht es Telegram derzeit sehr gut, wie die Digital- und Marketingplattform OMR berichtet: Von Oktober 2018 bis einschließlich September 2019 sind die Downloads der Android-Version der App auf insgesamt 106,2 Millionen Downloads weltweit gestiegen. Das ist ein Plus von 37,4 Prozent. Insbesondere an Tagen, an denen WhatsApp aufgrund von technischer Pannen nicht nutzbar war, haben viele User Telegram als Alternative heruntergeladen. Die WhatsApp-Downloads stiegen in der gleichen Zeit zwar nur um 1,8 Prozent an, dennoch ist WhatsApp Telegram weit überlegen: Immerhin handelt es sich bei WhatsApp insgesamt um stolze 926,2 Millionen Downloads im gleichen Zeitraum. Doch auch wenn WhatsApp in einer ganz anderen Liga spielt: Aufgrund der mangelnden Alternativen testen aktuell bereits mehrere Publisher Telegram als neue Newsletter-Plattform aus.

Publisher entwickeln eigene Newsletter-Funktionen

Da der Newsletterversand über WhatsApp derzeit noch möglich ist, nutzen auch zahlreiche Publisher diese letzte Möglichkeit, um zu versuchen, ihre Abonnenten zum Umzug auf Telegram zu bringen. Dies geht allerdings nur sehr mühsam voran. Andere wiederum sind dabei, eine newsletterähnliche Funktion inklusive Push-Nachrichten in ihre eigenen Apps zu integrieren und ihre derzeitigen Abonnenten per WhatsApp zum App-Download zu bringen.

Zudem hat auch Apple eine Alternative auf den Markt gebracht: das Notification-Feature Apple Notifications. Die zukünftige Nutzung dieses Tools sollte zwar definitiv nicht ausgeschlossen werden, bringt aber auch einige Nachteile mit sich. Zum einen können Android-User somit nicht erreicht werden, zum anderen darf nicht nur gesendet werden, sondern es muss auch Kundenservice angeboten werden.