Die organische Reichweite und die Engagement-Rate auf Facebook sind eingebrochen, das ist kein Geheimnis. Betroffen sind davon insbesondere Unternehmen, Brands und Medien. Vorrangig liegt das an einer Änderung des Algorithmus, deren Ziel es Mark Zuckerberg zufolge war, die soziale Interaktion mit Freunden und Familie zu stärken. Viele Unternehmen und Brands, die viel Zeit und Geld in den Aufbau ihrer Facebook-Community investiert haben, sehen sich nun mit ernüchternden Werten konfrontiert: Laut netzproduzenten.de ist die organische Reichweite bei einigen Seiten auf unter drei Prozent gesunken.

Nun hat sich der Einbruch der organischen Reichweite und Engagement-Rate wie wir ihn von Facebook kennen, auch auf Instagram breitgemacht. Wieder sind es Brands und Unternehmen, denen das in den vergangenen Monaten vermehrt auffiel.

Das ist die organische Reichweite

Doch was genau bedeutet organische Reichweite eigentlich? Die organische Reichweite bezeichnet die Anzahl von Einzelpersonen, denen unbezahlte Beiträge einer Seite angezeigt werden. Eine geringe organische Reichweite von beispielsweise drei Prozent bedeutet also, dass nur drei Prozent aller Nutzer, die eine Seite abonniert beziehungsweise mit „Gefällt mir“ markiert haben, deren Posts tatsächlich angezeigt bekommen. Das Anzeigen von Werbepostings fällt nicht unter die organische Reichweite.

Der aktuelle Stand bei Instagram

Posts im Feed nicht mehr chronologisch angezeigt wurden, sondern unter anderem basierend auf der Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer interessiert am Inhalt ist, erscheinen. Bis heute soll der Algorithmus so optimiert worden sein, dass die Nutzer – wie im Fall von Facebook – hauptsächlich Posts ihrer Freunde und Familie sehen. Das macht Instagram zum Beispiel daran fest, bei wem die Nutzer häufig kommentieren oder wem sie Nachrichten über Instagram Direkt schicken.

Allerdings ist dieser Umbruch nun schon seit Jahren im Gange und die Beschwerden, Instagram-Posts hätten eine auffallend niedrige organische Reichweite und Hashtags seien kaum mehr von Bedeutung häufen sich erst seit Anfang Juni vermehrt. Viele Brands und auch Influencer, beispielsweise aus dem Modebereich, sahen innerhalb weniger Monate ihre durchschnittliche Interaktionsrate sinken. Werbung und Promotion könnten somit zukünftig schwieriger werden.

Doch warum genau sinkt die organische Reichweite? Ist es vielleicht wirklich der Algorithmus, auch wenn kein direkter zeitlicher Zusammenhang zu bestehen scheint? Liegt es an schlechten Inhalten? Liegt es daran, dass Unternehmen nicht wirklich wissen, wie sie mit der Plattform umgehen sollen? Ganz abstreiten kann man diese Faktoren zwar nicht, doch bislang sieht es so aus, als würden die Instagram-Betreiber die organische Reichweite ganz bewusst herunterschrauben wollen. Zahlreiche Digital Marketing Experten werfen Instagram dies vor. Der Grund ist simpel: Die Instagram-Betreiber scheinen nicht zu wollen, dass Unternehmen ihre Zielgruppe effektiv erreichen können, ohne dafür zu zahlen. Social Media spielt heutzutage eine entscheidende Rolle im Werbegeschäft. Weshalb sollten die Instagram-CEOs Unternehmen schnell und einfach eine große organische Followerschaft erreichen lassen, ohne sie dafür bezahlen zu lassen? Scheinbar möchte Instagram also seine eigenen Ad-Programme, für die bezahlt werden muss, mehr ins Rollen bringen. Bedenkt man, dass zahlreiche Brands bereits ihre Instagram-Posts promoten, also dafür zahlen, macht ein Einbruch der organischen Reichweite durchaus Sinn.

Wie es jetzt weitergeht

Es kann derzeit niemand genau voraussagen, wie es mit der organischen Reichweite auf Instagram weitergeht. Man kann sich jedoch darauf einstellen, dass Instagram sich ähnlich wie Facebook entwickeln wird. Eine organische Reichweite beizubehalten oder auch auszubauen, ohne finanziell zu investieren, könnte sich zukünftig als schwierig herausstellen. Soziale Medien bleiben jedoch nach wie vor wichtig und auch wenn die organische Reichweite auf Instagram scheinbar stirbt, übertrifft Instagram noch immer alle anderen großen Social Media Plattformen, wenn man potenzielle Kunden erreichen möchte.

Tipps um dagegen vorzugehen

Dementsprechend lohnt es sich durchaus, aktiv gegen den Einbruch der organischen Reichweite vorzugehen. Dabei kann es in erster Linie helfen, die Qualität der Inhalte zu verbessern. Wer „high-quality-Content“ produziert, erhält in der Regel höheres Engagement und somit auch eine größere organische Reichweite. Bestenfalls ist der Content zudem auch vielfältig. Er könnte zum Beispiel interessante Infos rund um die passende Zielgruppe, aber auch lustige Posts und neue Ankündigungen beinhalten. Ein Kostümverleih könnte beispielsweise ein Make Up Tutorial posten.

Ein weiterer Tipp ist es, nicht die Instagram-Story-Funktion zu unterschätzen. Sie wird von den Nutzern gut angenommen, also immer beliebter. Somit entstehen durch eine aktive Nutzung  der Stories insgesamt bessere Chancen, die Followerschaft zu erreichen, als alleine über die Nutzung von klassischen Posts.