Sie betrifft jede zehnte englischsprachige Google-Anfrage und sie soll einen enormen Fortschritt hinsichtlich komplexer Anfragen ausmachen – Googles neue Algorithmus-Technik BERT. Laut Google selbst ist sie die bedeutendste Algorithmus-Änderung seit fünf Jahren und stellt einen der größten Sprünge in der Suchmaschinen-Entwicklung überhaupt dar. Seit dem 24. Oktober 2019 ist BERT nun aktiv. Doch was genau kann BERT eigentlich? Und hat die Änderung Auswirkungen auf SEO?

Google möchte menschliche Sprache verstehen

Die Motivation für BERT entstand aus einer neuen Entwicklung im Bereich der Suchanfragen. Diese werden nämlich der menschlichen, realen Kommunikation und Sprache immer ähnlicher. Auch technische Entwicklungen wie zum Beispiel Voice Search fördern das. Dementsprechend werden Suchanfragen auch immer länger und bestehen häufig aus kompletten Sätzen oder Fragestellungen anstatt aus wenigen Schlagwörtern. Diese Anfragen werden dann Long-Tail-Suchanfragen genannt. Genau für diese Art von Anfragen ist BERT zuständig.

Mit einem speziellen Prozess, dem „Natural Language Processing“, kann Google den semantischen Kontext einer Suchanfrage nun viel besser verstehen. Dabei werden die einzelnen Wörter mithilfe von künstlicher Intelligenz im Zusammenhang gedeutet. Jedes Wort wird in Beziehung zu den anderen Wörtern der Anfrage gesetzt. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf Präpositionen und der Position einzelner Wörter innerhalb einer Suchanfrage. Somit kann BERT nicht mehr nur einzelne Schlagwörter verarbeiten sondern Sprache mehr wie ein Mensch verstehen und dementsprechend auch relevantere Ergebnisse anzeigen.

Und wie wirkt sich das auf SEO aus?

Dass BERT Auswirkungen auf SEO hat, ist unwahrscheinlich. Es geht bei dem Update schließlich rein darum, Suchanfragen besser zu verstehen. Was jedoch zu beachten sein könnte, ist Online-Texte möglichst natürlich zu schreiben. Es sind also einfache Sätze zu bevorzugen, die nicht allzu verschachtelt sind.

In Deutschland ist BERT übrigens noch nicht für organische Suchergebnisse im Einsatz. Weltweit taucht die Technik bislang lediglich bei den Google Featured Snippets auf, also den bezahlten Suchergebnissen, die ganz oben im Ranking erscheinen. Bei organischen Suchergebnissen betrifft BERT derzeit jede zehnte englischsprachige Suchanfrage. Außerdem ersetzt BERT nicht, wie hin und wieder angenommen, bisherige Algorithmus-Techniken wie RankBrain. Es ist vielmehr als Ergänzung zu verstehen, die nur bei bestimmten Suchanfragen greift. Es können allerdings auch mehrere Techniken gleichzeitig bei einer Suchanfrage arbeiten.